Was wurde aus Maggie & Moritz? 

 

(Moritz einst Zeus)

 

Maggie, die schöne Blonde mit den Fledermausohren, kam im Oktober 2014 zu uns nach München. Ich hatte eine Anzeige in den Kleinanzeigen gelesen, für einen ganz anderen Hund… und wurde dann gefragt, was wir mit dem Hund machen wollen, wie unsere Lebensumstände sind. Mir wurde Maggie empfohlen - ausgesucht nach Charakter, nicht nach dem Aussehen… und es hat gepasst wie die Faust auf’s Auge.

 

Sie war wahnsinnig aufgeregt, als sie in Weilheim endlich aus dem Auto springen durfte, und wir waren sofort Hin und Weg von der kleinen Maus. Wir wussten ja überhaupt nicht, was auf uns zukommt, und waren auf Alles gefasst - aber am Ende war alles total unkompliziert! Die ersten drei Tage haben wir eigentlich auf dem Sofa verbracht und zwischendurch langsam die Umgebung erkundet. Ganz in Ruhe. Kommandos kann man später immer noch lernen. Gottseidank war sie direkt stubenrein, sie hatte ja schon mal bei einer Familie gelebt und war mit dem Konzept “Wohnung” wohl schon einigermaßen vertraut. Schlafplatz auf dem Sofa fand sie sofort prima und hatte auch direkt genug Ruhe, um zu schlafen.

 

Sie ist schlicht und einfach unser Goldstück. Mein Seelenhund. Wir verstehen uns meist wortlos.

Maggie ist eine Prinzessin. Sie möchte bitte zugedeckt werden wenn sie sich abends auf dem Sofa zur Nachtruhe einkuschelt, rohes Fleisch ist super - aber bitte kein Huhn, und an der Leine laufen ist total nervig.

 

Aber auch das kann sie natürlich. Nach drei Monaten konnten wir sie im Englischen Garten frei laufen lassen, mittlerweile kann ich sie überall laufen lassen - sie hält sich an ihren Radius, folgt uns immer, man braucht sie nicht die ganze Zeit beobachten, Maggie hat kein Interesse daran uns zurück zu lassen. Sie sprintet gerne vor und zurück, knabbert an frischem Gras, erschnuppert sich die Welt und macht ihr eigenes Ding. Andere Hunde findet sie nicht so spannend. Sie sucht sich ihre Spielfreunde ganz genau aus, alle anderen Hunde werden höflich beschnuppert und dann geht sie weiter. Wild, naja, vor Rehen hat sie Angst und duckt sich auf den Boden - hinter Kaninchen kann man schon mal herlaufen, aber sie verliert schnell das Interesse. Den Wühlmausbestand dagegen halten wir hier in Schach.

Wir gehen wandern mit Zelt und Rucksack, sie ist schon als Reitbegleithund mitgelaufen und im Karwendel auf fast 2000m gekraxelt.

Sie ist so ein Glücksgriff! Der perfekte erste Hund und eine wunderbare Lehrmeisterin. Obwohl sie quasi nichts konnte, ist sie ein toller “Spiegel” - wenn man sich unklar “ausdrückt”, sieht man ihr die Verwirrung deutlich an. Wenn sie etwas für sinnlos hält (bei Fuß gehen zum Beispiel), muss man sie schon davon überzeugen, dass das trotzdem eine ganz tolle Idee ist, und dann macht sie es mir zuliebe halt.

 

 

Übrigens hat sie meinen Mann, der anfangs etwas skeptisch war, innerhalb des ersten Abends um den Finger gewickelt. Sie holt sich bis heute ganz bewusst ihre Schmuseeinheiten ab und fordert Nähe ein wenn sie es möchte. Wir nennen sie liebevoll den “Katzenhund”. Entweder sie liegt auf “ihrem” Sessel und genießt die Distanz, oder sie liegt mitten auf dem Schoß und möchte dann auch bitte gekrault und gekuschelt werden so lange sie eben Lust darauf hat. Ach, die Süße!

 

 

 

Und dann kam Moritz…. 

 

 

 

Moritz, der früher Zeus hieß (nach dem Campingplatz, auf dem er aufgegriffen wurde), den haben wir uns nicht ausgesucht - der ist ein Schicksalshund. Eigentlich hatten wir uns gegen einen Zweithund entschieden, Maggie sollte erst mal wirklich gefestigt sein. Außerdem stand ein Umzug an und ich hatte grade einen neuen Job angefangen. Passt also gar nicht.

Also entschieden wir uns dafür, uns als Pflegestelle bereit zu halten, falls es mit Moritz in seiner neuen Familie nicht klappt. Eines Tages bekam ich dann die Frage zur Versicherung, ob wir ihn dann wirklich nehmen würden zur Pflege ….. klar. Versprochen ist versprochen.

 

Und dann kam er nach Deutschland. Eine Woche verging, ich erkundigte mich wie es läuft, Alles war gut. Wenige Tage später die Nachricht, Franzi, du musst den Hund holen. Die wollen den sofort loswerden.

In uns machte sich eine Mischung aus Freude und Angst breit, wir wussten ja überhaupt nicht worauf wir uns da grade einlassen.

Ich machte kurzerhand ein Treffen mit den Adoptanten aus, damit Maggie ihr Urteil über ihn sprechen konnte - denn Maggie mag sich zwar im Refugio mit Allen verstanden haben, ist aber jetzt ziemlich wählerisch - und ich den Kleinen kennenlernen konnte.

Da war Alles total unspektakulär, wir stapften durch den Englischen Garten, Moritz an der Schleppleine, und was passierte? Gar nichts. Naja, seine “Verhaltensauffälligkeiten” sollten ja auch drinnen passieren.

 

Taten sie dann auch. Als allererstes setzte er erst Mal einen Haufen in’s Wohnzimmer und pieselte daneben. Dann rannte er wie wild durch die Wohnung. Maggie die ganze Zeit hinterher, ihr war das nicht geheuer, das ein anderer Hund in ihrer Wohnung ist.

 

Moritz hatte noch nie Grenzen aufgezeigt bekommen. Es reicht nicht, ihm mit erhobenen Zeigefinger zu schimpfen, er ist ein sehr körperlicher Hund und braucht absolute Konsequenz in Allen Belangen - dann ist er drinnen total ruhig und friedlich. Früher musste er selbst immer entscheiden, heute erledige ich das für ihn.

Seit wir in einem Haus mit Garten wohnen und jeden Tag 2 Stunden durch den Wald marschieren ist er drinnen eigentlich gar nicht mehr auffällig, mal abgesehen davon das er nicht gerne alleine bleibt und uns zur Ordnung erzogen hat (er findet sonst immer etwas, was man kaputt machen könnte). Perfekt stubenrein wird er wohl auch nie werden, aber wir leben damit.

 

Wir geben zu, es war ein langer und harter Weg mit Moritz, und manchmal ist es das immer noch. Er hat es einfach faustdick hinter den Ohren und nutzt jede Schwäche bei seinem Gegenüber gnadenlos aus. Wir sind im Einzeltraining bei einer tollen Hundetrainerin, üben jeden Tag und haben so manche schlaflose Nacht hinter uns. Mehr als einmal habe ich beschlossen, das wir Moritz nicht behalten können, das wir ihm nicht gewachsen sind, und jedes Mal kamen wir irgendwie wieder über diesen Punkt hinweg.

Moritz dankt es uns - sein größtes Glück ist es, dabei zu sein, auf dem Sofa mit uns zu schmusen, überall mit hin zu kommen und einfach so genommen zu werden wie er halt ist. Auch er läuft mittlerweile fast immer ohne Leine und achtet auf mich - er kann zwei Stunden lang direkt neben meinem Bein laufen, oder auch in einem 3m-Radius um mich rum. Und je besser er auf mich achtet, desto weiter darf er gehen. Wir treffen viel Wild, bei der letzten Rehbegegnung hat er sich einfach hingesetzt und mich angeguckt.

Natürlich gibt es immer mal wieder Rückschläge, wenn er auf fremde Hunde einfach zustürmt, vor Freude an Menschen hochspringt und nach ihnen schnappt, oder vor Aufregung im Spiel in die Hose knapst - aber sie sind nicht mehr damit zu vergleichen womit wir am Anfang zu kämpfen hatten.

Aus Moritz wird ein toller Hund. Ein ständiger Begleiter, von dem ich hoffe, das er mal der Quatschkumpane unserer (zukünftigen) Kinder wird.

 

Es lohnt sich, einen “schwierigen” Hund zu adoptieren. Wir haben zusammen viel gelernt. Nichts von dem, was Moritz bei uns anstellt, meint er böse. Aber er hat es genauso wie der süße Welpe vom Züchter verdient, so genommen zu werden wie er ist, er hat eine Chance verdient.

 

Die hat er bei uns bekommen, und der kleine Streber strengt sich an.

Wie gesagt - Moritz ist ein Schicksalshund.

 

Er wollte wohl zu uns. 

 

 

Wir lieben unsere “Streuner” und

können uns ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. 

 

Noch kurz ein paar Worte zur Organisation:

Vom ersten Kontakt bis zur Nachkontrolle hatte ich ein gutes Gefühl mit den Streunerfreunden. Die Herkunft jedes Hundes konnte ganz klar dokumentiert werden, jeder Hund hat einen Namen, eine Geschichte, wird umsorgt und geliebt.

 

Es werden nicht wahllos Hunde “gerettet”, ganz im Gegenteil, es bekommen Hunde eine Chance, die man vielleicht anderswo längst aufgegeben hätte. 

 

 

 

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