Ambra

unser Leben mit einem dreibeinigen Hund

 

 

Im Juli des Jahres 2007 kam unsere Hündin Ambra zu uns. Wir hatten keinerlei Erfahrung mit Hunden und zu unserer riesigen Vorfreude kam doch ein wenig Unsicherheit hinzu - Ambra war nicht unbedingt das, was man als ‘gewöhnlichen’
Hund bezeichnet.

Sie kommt aus Italien, wo sie auf der Straße lebte, und ihr fehlt das linke Vorderbein. Wir hatten keine Ahnung, wieviel ein Hund mit drei Beinen kann. Kann Ambra ins Auto springen? Kann sie Treppen steigen? Kann sie schnell laufen? Kann sie weit gehen? Kann sie mit anderen Hunden spielen oder wird sie von anderen Hunden abgelehnt? Lässt sie sich notfalls auch tragen?

Fragen über Fragen...

Heute wissen wir, dass unsere Ambra ein ganz normales Hundeleben führen kann.

Wir müssen aufpassen, dass sie nicht zu dick wird (wegen der Gelenke) und sie sollte es auch nicht zu sehr übertreiben mit dem Rennen - übrigens eindeutig eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen - aber sonst kann sie alles, was ein ‘gesunder’ Hund auch kann. Wenn sie mit ihren Hundefreunden über die Wiesen tobt, steht ihr die pure Lebensfreude ins Gesicht geschrieben. 

Sie spielt gerne mit anderen Hunden - wenn auch nicht mit Allen, sie springt ins Auto (auch Autofahren ist eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen) und sie kann gut bis zu
2 Stunden am Tag Gassi gehen...

Ambra ist in ihrem neuen Zuhause in Peißenberg (das sie mit 2 Katzen, 2 Geckos und 4 Menschen teilt ) der große Star und wird auf der Straße oft von wildfremden Menschen erkannt. ( Ach, ist das der dreibeinige Hund? Von dir hab ich ja schon so viel erzählt  bekommen! Der kleine Hund aus Italien! )

Für größere Fahrradtouren im Sommer haben wir einen speziellen Hundehänger gekauft, in dem Ambra sitzen kann, wenn die Strecke zu weit zum Laufen ist. Sie läuft aber trotzdem immer sehr gerne mit uns mit und so kommt der Hänger nur recht selten zum Einsatz- zum Beispiel, wenn ein Teil der Strecke über eine Straße geht oder wenn sie schon sehr weit gelaufen ist. Denn auch, wenn Ambra viel lieber selbst läuft, müssen wir auf ihre Gelenke aufpassen.

Und wenn sie dann schon etwas müder ist, geht sie auch gern mal in den Hänger, dann kann  man schließlich schlafen, ein paar Leckerlies knabbern und es sich gut gehen lassen. 

Grundsätzlich liebt Ambra aber Radtouren und man muss nicht unbedingt langsamer fahren als man es sonst tun würde, sondern muss höchstens mal stehenbleiben, weil sie UNBEDINGT an einem ganz bestimmten Baum schnuppern muss...

Auch Treppensteigen kann Ambra prima - nur bei sehr glatten Treppen traut sie sich manchmal nicht mehr runter, weil sie da leicht ausrutschen könnte. Dann lässt sie sich immer gerne wie eine Diva nach unten tragen. 

Auch eine kleinere, leichte Bergtour - zur Hämmermoosalm - haben wir schon mit ihr gemacht. Wie man sieht, ist auch das kein Problem (Solange man nicht gleich ein Fan vom Steilwandklettern ist.).

Achja: Das Einzige, was Ambra gar nicht mag, sind Tierärzte... Selbst Leute, die sie fast täglich sehen, betonen immer wieder begeistert, wie toll Ambra laufen kann und, dass sie das immer wieder beeindruckt. Auch wir ertappen uns manchmal dabei, dass uns gar nicht  soo sehr bewusst ist, das Ambra ein ,, behinderter`` Hund ist - denn von einer Behinderung kann man da eigentlich wirklich nicht sprechen.

Wir können nur jeden ermutigen, auch einem Dreibeiner eine Chance zu geben.
Er wird Sie immer wieder erstaunen und mit seiner unbändigen Lebensfreude anstecken!!!! 

Im September mussten wir leider unsere geliebte

Ambra über die Regebogenbrücke gehen lassen.

Wir vermissen diesen tollen, charakterstarken

Hund noch immer.

Sehr bald mussten wir feststellen, dass ein Leben und Haus ohne Hund einfach leer ist, so war schnell der Entschluss gefasst, wieder einem Hund ein Zuhause zu geben.

Natürlich wieder einem ehemaligen Streuner aus Pompeji! Die Entscheidung fiel sofort auf

 

 Ricky, den Träumer“ –

 

der ein Traum ist.

So konnten wir bereits am 28.10. unser neues Familienmitglied in Empfang nehmen.

Er hat unsere Herzen im Sturm erobert. Ricky sehen und lieben war eines! Ich habe selten einen solch ausgeglichenen, „in sich ruhenden“ Hund erlebt wie ihn. Er ist einfach ein Traumhund.

Ein Hund, der aber auch voller Energie und Lebensfreude steckt. Es ist eine Freude, zu sehen, wie er mit lachendem Gesicht voller Schwung seine Runden durch den Garten rennt. Wie gern er mit anderen Hunden spielt, mit welchem Vergnügen er im Schnee tobt, wie er vorsichtig Kontakt zu unseren Katzen aufgenommen hat.... Es ist schön, mitzuerleben, wie schnell er Vertrauen zu uns gefasst hat.

Ricky hat bereits Fahrradtouren mit meinem Sohn genossen. Da flitzt er wie ein Derwisch und ist einfach nur glücklich. Er ist ein Schmuser vor dem Herrn! Er liebt es, geknuddelt zu werden, sich abends auf dem Sofa an seine Menschen zu kuscheln. Wenn er tagsüber alleine ist, weil alle seine Menschen in der Arbeit sind, ist er brav – er hat noch nie etwas angestellt, etwas kaputt gemacht o.ä. Er wartet einfach ruhig, bis wir wieder kommen. Zwischendurch kümmert sich dann der „Opa“ um ihn – geht mit ihm kleine Runden, streichelt ihn... Und: den Opa hat er auch schon um den kleinen Finger gewickelt. Mit seinem besten Hundeblick hat er auch von Opa schon das ein- oder andere Leckerchen mehr bekommen... Niemand kann seinem Charme widerstehen! Das einzige, was er gerne macht: Er klaut Socken, die er dann auf seinem Kissen drapiert. Aber die darf er haben – braucht er sicher auch, wenn er alleine ist. Es ist schön, nach Hause zu kommen, und sehnsüchtig von seinem Hund erwartet zu werden. Da ist erstmal reichlich knuddeln angesagt!

Mit anderen Hunden versteht er sich prima, nur ganz wenige findet er nicht so toll, diesen weicht er einfach aus.

Dazu ist Ricky ein sehr intelligenter, gelehriger Hund, der einfach alles richtig machen möchte. Er lernt sehr schnell. Am schnellsten hat er gelernt, wo die geheimnisvolle Dose mit den Hunde-Leckerlies steht, und dass es immer nach dem Gassi-gehen aus der Dose etwas gibt. Wenn wir zu Hause ankommen, ist er der erste, der in die Küche rennt – nicht, dass wir Menschen noch vergessen, ihm seine Leckerlies zu geben! Sehr schnell wusste er auch, dass es Menschen nicht so gerne haben, wenn Hunde am Tisch betteln. Nach nur 2 Tagen hatte er es sich schon abgewöhnt – und liegt jetzt einfach neben uns auf dem Boden, denn Ricky liebt es, seine Menschen um sich zu haben. Wo auch immer ich im Haus hingehe – Ricky kommt mit! Auch das Laufen neben dem Fahrrad hat sofort prima geklappt. An „Sitz“, „Platz“ und „Hier“ arbeiten wir gerade.

Durch unsere Erfahrung mit Ambra wussten wir ja, dass ein Dreibeiner ein ganz normales Hundeleben führen kann, wie ein Vierbeiner auch. Das vermeintliche „Handicap“ besteht im Prinzip nur in den Köpfen der Menschen. Hunde kommen damit bestens zurecht! Es ist für uns noch immer unverständlich, dass viele Menschen einem Dreibeiner keine Chance geben. Ricky musste ja noch viel länger auf eine Familie warten als Ambra damals. Ich kann jeden Menschen, der ihn nicht wollte, nur bedauern. Diese Menschen wissen gar nicht, was für einen Traumhund sie sich entgehen liessen. Aber ich kann auch allen nur dankbar sein - so haben meine Familie und ich nun das Glück, Ricky bei uns zu haben. „Unseren“ Ricky, den wir für keinen Preis der Welt wieder hergeben würden!

Ich kann immer wieder nur jeden ermutigen,

 

einem Dreibeiner eine Chance zu geben.

 

Sie werden begeistert sein!

 

 

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