LEBEN MIT DREIBEINERN !

 

Dreibeiniger Hund- na und?

Wissenswertes über das Leben

mit dem besten Freund auf drei Pfoten.

 

 

Wer einen Hund aus dem Tierschutz adoptieren und ihm ein liebesvolles Zuhause schenken will, wird das ein oder andere Mal auch auf einen Dreibeiner stoßen, der sich nach einer Familie sehnt. Handicap-Hunde gibt es im Tierschutz immer wieder, insbesondere Straßenhunde, die oft unschöne Bekanntschaften mit Autos oder auch mit Menschen machen.

Nun stellt man sich als potentieller Halter viele Fragen: Wie schwierig ist das Leben mit einem dreibeinigen Hund? Kann er alles mitmachen? Kann er sich im Haus ungehindert bewegen? Was kommt gesundheitlich auf mich zu? Viele der liebenswerten Handicap-Hunde werden aus reiner Unsicherheit nicht genommen und suchen jahrelang nach einem schönen Platz. Um diese Unsicherheit ein wenig zu mindern, können meine persönlichen Erfahrungen aus dem Leben mit Dreibeinern sicher hilfreich sein. Ich hoffe, dass ich die wichtigsten Grundfragen beantworten und die ein oder andere Angst abbauen kann.

 

 

Übersicht

 

I.                   Was kann mein Hund?

 

Gassi gehen und neben dem Fahrrad laufen

Treppensteigen

Interaktion mit anderen Hunden

Autofahren

Schwimmen

 

 

II.                Was ist medizinisch relevant?

 

Fehlendes Vorderbein, fehlendes Hinterbein…

Unterstützung der Gelenke

Prothesen / Gehhilfen

 

 

III.             Die richtige Ausrüstung

Fahrrad-Anhänger

Dreibeiner-Geschirre

Erhöhter Futternapf

Einstiegshilfen für das Auto

                   Rutschfeste Böden / Teppiche

 

 

IV.                     Dreibeiner und ihr sozialer Faktor für Herrchen und           Frauchen

 

 

 

 

Was kann mein Hund?

 

Gassi gehen und neben dem Fahrrad laufen

 

Kann ein dreibeiniger Hund auch ausgiebig Gassi gehen? Oder mal eine Radtour mitmachen?

 

Wer nicht gerade stundenlange Bergtouren läuft, braucht sich wenig Sorgen zu machen, denn normale Gassi-Runden sind auch für die dreibeinigen Hunde kein Problem. Man sollte sich zwar immer vor Augen halten, dass das Laufen anstrengender ist, wenn man ständig humpeln muss, aber eine normale Gassi-Runde ist auf jeden Fall möglich und macht auch mit drei Beinen Spaß. Natürlich hängt die Laufzeit vom jeweiligen Hund ab, aber einen extremen Schongang braucht man eigentlich nicht einzulegen. Nur bei großer Mittagshitze ist Vorsicht geboten! Denn die ist auch für jeden „voll ausgestatteten“ Hund deutlich anstrengender, für einen Dreibeiner aber umso mehr- am besten vermeidet man große Hitze und meidet beispielsweise die Mittagshitze des Sommers.

 

Viele Hunde aus dem Tierschutz haben zwischenzeitlich in einer Auffangstation/einem Tierheim gelebt, in dem meistens die Zeit fehlt, mit jedem Tier ausgiebig Gassi zu gehen. Dreibeiner sitzen teilweise recht lange in diesen Tierheimen und sind dann lange Spaziergänge nicht mehr gewöhnt. Daher ist es gut möglich, dass der neue Liebling am Anfang beim Spaziergang schnell müde wird. In diesem Fall sollte man nicht gleich in Angst verfallen, dass er nie einen richtigen Spaziergang mitmachen kann, sondern einfach langsam und vorsichtig die Rundenlänge steigern. Irgendwann wird sich die perfekte Gassi-Dauer ganz von selbst einstellen. Langsam anfangen und dann steigern ist die ideale Taktik.

   

Etwas kritischer sollte man Radtouren überdenken. Wenn der Hund schon eine Weile ans längere Spazierengehen gewöhnt ist, wird er sicher auch mit Freude neben dem Fahrrad herlaufen (und schnelles Laufen ist für Dreibeiner meistens auch einfacher als langsames!), aber natürlich ist das viele Rennen wesentlich belastender für die Gelenke und macht den Hund auch schneller müde. Das bedeutet aber nicht, dass man auf Radtouren mit dem Hund verzichten muss. Die meisten Dreibeiner laufen mit großer Begeisterung neben dem Fahrrad und haben nicht die geringsten Probleme, mit zu halten. Dennoch sollte kein übertriebenes Tempo vorgelegt und am Besten in die Anschaffung eines speziellen Hunde-Anhängers investiert werden. Denn auch der fitteste Dreibeiner kann sich in seiner Euphorie schnell verausgaben und ist dann froh um eine Pause. Wer länger mit dem Rad unterwegs ist, sollte mit einer solchen Situation rechnen. Ein Hunde-Anhänger ist dann sehr praktisch, denn so kann man dem Hund eine kleine Auszeit gönnen. Die Hänger gibt es in verschiedenen Größen im Zoohandel zu kaufen.  

 

Prinzipiell gilt natürlich, dass es (genau wie bei Vierbeinern) auch Hunde geben kann, die prinzipiell nicht gut neben dem Rad laufen. Ältere, kurzbeinige, besonders schwere oder schlicht etwas “unsportlichere“ Hunde können damit (auch  mit vier Beinen) überfordert sein. Natürlich sollte man für längere Wanderungen oder Radtouren auch immer an Wasser für den Hund denken.

 

Treppensteigen

 

 

Treppen gibt es in den meisten Häusern- und sei es nur die kleine Treppe vor der Haustür. Kaum ein Halter wird seinem Hund ein „ebenerdiges“ Leben ohne Treppensteigen ermöglichen können. Doch das ist nicht unbedingt ein Hinderungsgrund für das Leben mit einem dreibeinigen Freund: Die meisten Treppen sind auch mit drei Beinchen gut zu bewältigen und erfordern im ersten Moment höchstens etwas Überwindung. Im Regelfall ist eine Treppe kein Grund, auf den Dreibeiner verzichten zu müssen. Insbesondere wer breite, gerade Treppen mit wenig Rutschgefahr im Haus hat, kann eigentlich guter Dinge einen solchen Hund bei sich aufnehmen. Denn prinzipiell sind dreibeinige Hunde in der Lage, eine Treppe zu laufen und unfallfrei anzukommen.

 

Völlig problemfrei sind Treppen aber nicht: Denn oft ist es eher die Angst des Hundes, die die Treppe zum Hindernis macht. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Dreibeiner die eine Treppe ganz selbstverständlich betritt, es bei einer anderen aber plötzlich mit der Angst zu tun bekommt und lieber hochgetragen wird. Wer eine enge Wendeltreppe oder eine sehr glatte Treppe (etwa aus Marmor) hat, der sollte damit rechnen, dass der Dreibeiner vielleicht nicht darüber laufen kann oder will. In diesem Fall könnten Stufenteppiche eine Lösung sein. Wenn ein Dreibeinchen sehr viele Treppen laufen muss, ist auch zu bedenken, dass dies eine deutlich erhöhte Belastung für die Gelenke bedeutet. In diesem Fall ist die Wahl eines Hundes ratsam, den man zur Not auch tragen kann.

 

Das Fazit ist also: Treppen sind im Regelfall sehr gut machbar. Wer einen ängstlichen Hund oder eine schwieriger begehbare Treppe hat, sollte aber damit rechnen, dass er seinen kleinen Freund tragen oder eben im unteren Teil des Hauses belassen muss. Eine eindeutige Empfehlung kann ich also nicht abgeben- ich möchte aber potenzielle Dreibein-Herrchen und Frauchen ermutigen: Nach meiner persönlichen Erfahrung gibt es wenig Treppen, die ein solcher Hund nicht gehen mag oder kann.

 

 

Interaktion mit anderen Hunden

 

Hunde sind Rudeltiere und daher in den meiste Fällen auch an der Kommunikation und dem Spiel mit anderen Hunden interessiert. Sei es im Zusammenleben mehrerer Hunde in einer Familie oder bei der Gassi-Runde: Ihr Hund wird auf andere Hunde treffen und den Kontakt zu ihnen suchen. Dabei kann es schnell ziemlich bunt zugehen- Hunde, die sich gut verstehen, lieben es, gemeinsam über die Wiesen zu toben.

 

Dabei kommt auch ein Dreibeiner nicht zu kurz. Rennen und Springen sind für ihn kein Problem,  er steht anderen Hunden in der Regel in nichts nach. Was oft unterschätzt wird: Rennen ist für einen Dreibeiner sogar einfacher als normales Gehen. Denn während Hunde beim Gehen alle vier Pfoten nacheinander aufsetzen, setzen sie im Rennen die beiden Vorder- und die beiden Hinterpfoten gleichzeitig auf. Das bedeutet, dass ein Dreibeiner im langsamen Tempo etwas humpelt, da die fehlende Pfote zu einem unruhigen Gang führt, während sie beim Rennen kaum ins Gewicht fällt.

 

Dennoch ist beim „Hunde-Treff“ mit Dreibeinern ein wenig Vorsicht geboten: Ihr Hund hat ein Handicap, das andere Hunde auch bemerken. Trifft man auf einen sehr dominanten Hund, kann es vorkommen, dass dieser den Dreibeiner für unterlegen befindet und seine Vormachtstellung behaupten möchte. Daher ist beim Treffen mit unbekannten Hunden für Besitzer von Dreibeinern noch etwas mehr Vorsicht geboten als beim gesunden Hund.

 

Zudem kann es, abhängig vom Charakter des Hundes, auch sein, dass die Dreibeiner sich etwas unsicherer und daher weniger wohlfühlen, wenn sie auf andere Hunde treffen. Dies mag  daran liegen, dass sie sich ihrer Unterlegenheit bewusst sind und Konfrontationen lieber aus dem Weg gehen, vielleicht auch daran, dass sie schlicht weniger standfest sind und im wilden Spiel von anderen Hunden umgeworfen werden könnten.

 

 

 

Autofahren

 

 

 

Auch die Frage nach dem Einstieg in Autos will geklärt sein, denn viele Hundebesitzer, insbesondere wenn sie sehr hohe Autos haben, stellen sich natürlich die Frage, ob ein Dreibeiner denn auch in den fahrbaren Untersatz einsteigen kann oder nicht. Doch beim Auto muss man sich wenig Sorgen machen: Wie jeder andere Hund können auch die dreibeinigen problemlos Springen und kommen daher eigentlich in jeden Wagen. Wer ganz sicher gehen will, kann sich eine spezielle Hundetreppe für den Kofferraum zulegen- nach meiner Erfahrung ist das aber nicht nötig.

 

Bei der Autofahrt selbst können sich Probleme ergeben, wenn man einen dreibeinigen Freund adoptiert hat, der sehr gerne während der Fahrt steht, z.B. um besser aus dem Fenster zu sehen. Denn mit drei Beinchen hat man natürlich weniger Standfestigkeit vorzuweisen als mit vier und so kann es schnell passieren, dass der Hund bei einer Kurve oder beim stärkeren Abbremsen vor einer Ampel umfällt. In der Regel ist dies kein großes Problem, aber natürlich kann nie ausgeschlossen werden, dass ein Hund sich dabei verletzt. Daher ist es auf jeden Fall sinnvoll, den Untergrund gut mit Decken zu polstern und etwaige Verletzungsquellen wie z.B. spitze Regenschirme zu entfernen. Wenn ein Dreibeiner gar nicht lernfähig ist und sich nicht hinlegen will, ist die Anschaffung einer Transportbox vielleicht eine Lösung, die den Hund schützt (Aber bitte keine zu kleine Box kaufen!).

 

 

 

Schwimmen

 

Dieser Punkt sei nur kurz erwähnt, da viele Hundebesitzer immer wieder darüber erstaunt sind: Auch ein dreibeiniger Hund kann schwimmen wie jeder andere- wenn er es denn möchte. Schwimmen ist sogar gut, da es die Muskeln stärkt, ohne die Gelenke zu belasten. Schwimmt der Schützling also gern, sollte dies unbedingt gefördert und oft ermöglicht werden.

 

 

 

Was ist medizinisch relevant?

 

Zunächst sei gesagt, dass die medizinisch eventuell relevanten Faktoren selbstverständlich für jeden Hund individuell vom Tierarzt überprüft werden sollten. Bei den folgenden Erläuterungen handelt es sich zwar um klassische „Dreibeiner-Themen“- natürlich kann es aber bei jedem Hund zu individuellen Schwierigkeiten, etwa durch Fehlhaltungen und -Stellungen, kommen.

 

 

 

Fehlendes Vorderbein, fehlendes Hinterbein…

 

Je nachdem, ob dem Hund ein Vorder- oder Hinterbein fehlt, ist mit unterschiedlichen Konsequenzen zu rechnen. Meine persönliche Erfahrung bezieht sich dabei rein auf Hunde mit fehlendem Vorderbein.

 

Beim Dreibeiner mit fehlendem Vorderbein treten neben der Schwierigkeit, dass klassische Hundegeschirre nicht mehr gut sitzen und man auf spezielle Dreibeiner-Geschirre zurückgreifen sollte, auch spezielle Probleme im Bewegungsablauf auf.  Da beim Hund ein großer Teil des Gewichtes auf den Vorderbeinen ruht, muss bei Dreibeinern von einer erhöhten Belastung im verbliebenen Vorderbein ausgegangen werden, das ein höheres Gewicht tragen muss. Aus diesem Grund ermüden vorderbeinamputierte Hunde auch etwas schneller, außerdem fällt ihnen das Bergablaufen verständlicherweise schwerer.

 

Für Dreibeiner mit amputiertem Hinterbein  ist besonders relevant, dass die Schubkraft für die Vorwärtsbewegung oder bei Sprüngen immer aus den Hintergliedmaßen kommt. Ist nur ein Hinterbein vorhanden, muss dieses also einen höheren Kraftaufwand betreiben, Knie- und Hüftgelenk werden wesentlich stärker belastet. Alle Dreibeiner stellen das verbliebene „Einzelbein“ gern mittig unter den Körper, was eine unphysiologische Belastung der Bänder und Gelenke zur Folge hat. Durch die höhere Kraft, die im Hinterbein aufgewendet wird, kann dieser Effekt bei dreibeinigen Hunden mit fehlendem Hinterlauf verstärkt sein.    

 

Unterstützen der Gelenke

 

Bei jedem Dreibeiner gilt, dass die Gelenke durch das fehlende Bein einer höheren Belastung ausgesetzt sind als es beim gesunden Hund der Fall ist, wodurch sie sich schneller abnutzen. Hinzu kommen häufig Fehlstellungen, die der Hund vornimmt, um einen stabileren Stand zu erreichen: Oftmals wird das „Einzelbein“ mehr mittig gestellt, um das Körpergewicht gleichmäßig zu tragen. Diese Fehlstellungen tragen ebenfalls zur Abnutzung der Gelenke und besonders der Bänder bei. Die Stabilität des Beines ist durch die stärker ausgeprägt Muskulatur gewährleistet.

 

Bei dreibeinigen Hunden ist daher in Zusammenarbeit mit einem Tierarzt eine Unterstützung der Gelenkfunktion unbedingt zu empfehlen. Hierfür kann der Tierarzt Präparate, etwa mit Muschelkalk, verschreiben, die der Abnutzung der Gelenke entgegenwirken. So kann einer Arthrose vorgebeugt werden, bevor diese entsteht. Diese Maßnahme leistet einen wesentlichen Beitrag zur Beweglichkeit und Vitalität des Hundes und ist dabei einfach und kostengünstig. Regelmäßige Checks der Gelenke durch den Tierarzt helfen, entzündliche oder arthritische Prozesse im Gelenk rechtzeitig zu erkennen und individuell passende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Ist bereits eine Arthrose da, bedeutet sie Schmerzen für den Hund und kann zu Gelenkversteifungen führen. Da Dreibeiner kaum Möglichkeiten haben, ein Bein zu entlasten, sollte dies unbedingt vermieden werden.

 

Neben anderen Faktoren spielen auch die Größe und das Gewicht des Hundes eine große Rolle. Mehr Gewicht bedeutet auch eine höhere Belastung des Bewegungsapparates und verstärkt etwa das Risiko einer Arthrose. Bei rechtzeitiger Vorsorge durch den Tierarzt und gewissenhafter Gewichtskontrolle kann dem gut entgegengewirkt werden.

 

 

Prothesen / Gehhilfen

 

Die Orthopädie ist heute nicht nur für den Menschen, sondern auch für dessen besten Freund sehr gut ausgerüstet. Spezialisierte Tierorthopäden fertigen individuell konzipierte und angepasste Prothesen für Hunde (und andere), auch Rollstühle sind seit Jahren gut etabliert.

Dreibeinige Hunde sind aber nur in Ausnahmefällen auf diese Hilfen angewiesen. Die Amputation eines Beines stellt eine deutliche Behinderung dar, doch Hunde lernen meist sehr gut, mit dieser ohne größere Einschränkungen zu leben. Die Anfertigung einer Prothese ist nur in den Fällen ratsam, in welchen der Hund anhaltende Schwierigkeiten zu haben scheint oder zusätzliche medizinische Gründe für eine Prothese sprechen. An dieser Stelle können keine Angaben darüber gemacht werden, welche Hunde entsprechende Unterstützung benötigen und welche nicht- diese Entscheidung kann selbstverständlich nur ein Tierarzt treffen. Wenn Sie sich für die Adoption eines Dreibeiners der Streunerfreunde entscheiden, werden Sie aber auf jeden Fall gewissenhaft und offen beraten und unterstützt.

 

 

 

Was sonst noch wissenswert ist

 

 

Die passende Ausrüstung

 

Wer einen dreibeinigen Hund adoptieren will, muss nicht von A bis Z mit Spezial-Ausrüstung versorgt sein. Einige Investitionen sind aber durchaus sinnvoll und, je nach persönlichem Bedarf, zu empfehlen. Diese sind vor Allem:

 

 

Dreibeiner-Geschirre

 

Ein Geschirr ist die bessere Alternative zum Halsband, da keine Zugkraft auf die  Halswirbelsäule einwirkt und die Verletzungsgefahr für diese geringer ist. Wer einen dreibeinigen Hund mit fehlendem Vorderbein hat, wird jedoch schnell feststellen, dass die handelsüblichen Geschirre nicht richtig sitzen, ständig verrutschen und den Hund beim Laufen behindern können. Für dreibeinige Hunde gibt es daher spezielle Geschirre, die man individuell anfertigen lassen kann. Diese zeichnen sich durch einen längeren Brust- und Rückensteg aus, zudem besitzen sie einen weiteren Bauchgurt, womit sie einen festeren Sitz haben und weniger schnell verrutschen können.

 

Dabei müssen Sie übrigens keine explodierenden Kosten befürchten- die Dreibeiner-Geschirre müssen zwar individuell gefertigt werden, sind aber nicht wesentlich teurer als „normale“ Geschirre. Wenden Sie sich gern an uns, wenn Sie auf der Suche nach einem Geschirr für ihren dreibeinigen Freund sind!


http://www.camiro-heimtierzubehoer.de/product_info.php?products_id=20

 

 

Fahrrad-Anhänger

 

Wie schon im Unterpunkt „Radfahren“ erklärt, ist die Anschaffung eines speziellen Hunde-Anhängers dann angebracht, wenn man mit seinem besten Freund auch mal eine gemütliche Radtour unternehmen möchte. Dreibeinige Hunde laufen zwar für gewöhnlich gern auch neben Frauchen/Herrchen auf einem Fahrrad her- sind aber schneller müde als ihre vierbeinigen Genossen und sollten auch in Hinblick auf die stärkere Belastung für die Gelenke hin und wieder eine Pause einlegen. Fahrrad-Anhänger für Hunde gibt es in verschiedenen Größen im Zoohandel. Die meisten Modelle werden an der hinteren Radnabe mittels Schraubgewinde befestigt und können beliebig an- und abgehängt sowie zusammengeklappt  werden.

 

 

Erhöhter Futternapf

 

Einem vorderbeinamputierten Hund kann das Fressen und Trinken erleichtert werden, wenn die Näpfe leicht erhöht stehen. So muss er sich nicht so weit nach unten beugen und das verbliebene Vorderbein wird erheblich weniger belastet. Im Zoohandel gibt es höhenverstellbare Ständer für Futternäpfe, selbstverständlich kann der Napf aber auch auf andere Weise erhöht werden, etwa, indem man ihn auf eine Kiste stellt.

 

 

Einstiegshilfe fürs Auto

 

Gerade für alte Hunde werden oftmals Einstiegshilfen für das Auto im Zoohandel angeboten. Dabei handelt es sich in der Regel um Leitern oder Bretter mit Trittstützen, die den Sprung ins Auto überflüssig machen.

 

Diese Hilfen sind bei Dreibeinern gewöhnlich nicht nötig, denn auch diese Hunde können problemlos Springen. In Sonderfällen mag es aber zu Schwierigkeiten kommen, etwa bei sehr hohen Geländewägen oder ängstlichen/unsicheren Hunden. Für diese Fälle sei hier auf die Einstiegshilfen verwiesen.

 

 

Rutschfeste Böden / Teppiche

 

Manchmal haben dreibeinige Hunde Probleme auf sehr glatten Böden (z.B. Laminatböden, glatte Fliesen u.A.). Die Probleme treten selten beim normalen Laufen im Zimmer auf, wo es meiner Erfahrung nach nur selten zu Stürzen kommt. Schwierig wird es, wenn der Hund etwa vom Sofa springen möchte und der Boden darunter sehr rutschig ist. Auch besonders glatte Treppen werden schnell zum Hindernis. In diesem Fall haben wir gute Erfahrungen mit Teppichen gemacht. Ein schwerer, rutschfester Teppich verhindert das Ausrutschen  nach einem Sprung, Stufenteppiche auf der Treppe können bei Bedarf eine Lösung sein. Das Unterlegen von Teppich-Stoppern sichert dabei auch den Teppich selbst gegen Verrutschen ab.

 

 

Dreibeiner und ihr sozialer Faktor für Herrchen und Frauchen

 

Machen Sie sich darauf gefasst, mit einem dreibeinigen Hund zum Gesprächsthema zu werden! Auch, wenn die Handicap-Hunde an sich keine enormen Seltenheiten mehr sind, haben viele Menschen noch nie einen gesehen und werden Sie vermutlich ansprechen.

 

Ein Spaziergang ohne interessierte, eventuell bestürzte hundeliebe Passanten wird eher die Seltenheit werden… Nach einigen Wochen könnten Ihnen die Sätze „Was ist denn passiert?“ und „Kann er denn auch laufen?“ wie der normalste Gesprächseinstieg von Allen vorkommen. Auf jeden Fall lernt man mit einem Dreibein viele Menschen kennen, was oft zu neuen Bekanntschaften führen kann, auf jeden Fall aber herzerwärmend ist- so viele Menschen, die Anteil nehmen, erwartet man vielleicht im Vorfeld gar nicht.

 

Diese Rubrik wurde aber insbesondere wegen der negativen Äusserungen aufgenommen, da es sich um einen Effekt handelt, den man schnell unterschätzen kann. Wer einen dreibeinigen Hund besitzt, kann es durchaus auch erleben, mehr oder weniger deutlich als Tierquäler bezeichnet zu werden oder gut gemeinte Ratschläge Unbeteiligter zu erhalten, wonach man einen solchen Hund lieber einschläfern sollte.  Dies sollte für die meisten Tierhalter kein Problem sein- meist sieht man die Leute nie wieder, die eine solche Äußerung machen, oder kann ihnen zumindest aus dem Weg gehen. Zudem sind diese Fälle selten- damit rechnen sollte man aber auf jeden Fall. Meiner Erfahrung nach ist es oft besser, langen Diskussionen auszuweichen und sich zwar gegen Vorwürfe zu wehren, aber nicht zu erwarten, die Kritiker überzeugen zu können. 

 

 

 

Noch Fragen…?

 

Wenn jetzt noch Fragen offen sind, Sie gern mehr erfahren wollen oder Sie sich einfach gern austauschen würden- treten Sie gern jederzeit mit uns in Kontakt!

Dies  gilt selbstverständlich auch, wenn Sie aufgrund Ihrer eigenen Dreibeiner-Erfahrung Anregungen zur Verbesserung dieses Leitfadens haben sollten.

 


Die Streunerfreunde wünschen Ihnen

 

viel Freude mit Ihrem Freund

 

auf drei Pfoten!

 

 

 

Autor: Sarah Altendorfer

 

 


 

 

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